Das Klausjagen in Küssnacht ist nicht nur ein Fest, sondern ein Thema für hitzige Diskussionen – und männliche Traditionen stehen auf dem Prüfstand!
In Küssnacht SZ, wo die Tradition des Klausjagens auf ein sehr spezielles Publikum zugeschnitten ist, hat sich in den letzten Jahren einiges getan. Jedes Jahr strömen die Menschen am 5. Dezember in die Stadt, um das einmalige Spektakel des Klausjagens zu erleben. Lärm und Licht erhellen die Straßen, während Männer in ihren traditionellen Kostümen mit Geistern und schaurigen Klängen die Passanten in ihren Bann ziehen. Andreas Moser, der bereits zum 50. Mal am Umzug teilgenommen hat, ist nur eines der vielen Gesichter, die das Klausjagen prägen. "Seit ich laufen kann, mache ich am Klaustag mit!" erzählt er stolz.
Trotz der beeindruckenden Teilnehmerzahl gibt es ein zunehmend hörbares Echo der Gleichberechtigungsbewegung. In den letzten Jahren sind immer mehr Stimmen für ein Umdenken innerhalb der Tradition laut geworden. Politikerinnen und Politiker, wie Petra Gössi, äußern ihre Skepsis bezüglich der zulässigen Teilnahme von Mädchen beim Schülerklausjagen. Diese Diskussion wirft grundlegende Fragen auf: Sollen alte Traditionen, die oft in einer von Männern dominierten Welt verwurzelt sind, auch für Mädchen geöffnet werden? Oder bleibt das Klausjagen eine Männersache - ein einzigartiger Knotenpunkt aus Licht, Lärm und Geschichte?
Inmitten dieser Debatte bleibt es wichtig zu bedenken, wo diese Tradition ihren Ursprung hat. Die Wurzeln des Klausjagens gehen auf alte Bräuche zurück, die den Winter und die Feierlichkeiten zu Ehren des Samichlaus symbolisieren. Diese kulturellen Ereignisse sind nicht nur eine Feier der männlichen Tradition, sondern auch eine Erinnerung daran, wie stark Gemeinschaften in der Lage sind, die Vielfalt und den Reichtum ihrer Traditionen zu wahren.
Während die Diskussion um die Gleichstellung weitergeht, bleibt das Klausjagen als grandioses Spektakel in Küssnacht. Es wird weiterhin ein Ort sein, an dem sich Generationen treffen, um Bräuche zu leben, sich mit Freunden zu versammeln und die Vorfreude auf die festliche Jahreszeit zu genießen. Die Frage bleibt also, ob in Zukunft die schaurigen Klänge und die fröhlichen Gesichter eines jeden Geschlechts die Straßen von Küssnacht erhellen werden.
Wussten Sie, dass das Klausjagen seit über 100 Jahren eine Tradition in Küssnacht hat? Ursprünglich diente es dazu, den Winter zu vertreiben und die Dorfgemeinschaft vor bösen Geistern zu schützen! Ein weiterer interessanter Fakt: Es wird geschätzt, dass jedes Jahr mehr als 10'000 Besucher aus der gesamten Schweiz und dem Ausland an diesem Spektakel teilnehmen. Damit ist das Klausjagen ein echtes Highlight in der Weihnachtszeit!
Schon die jungen Küssnachter beherrschen das Treicheln und das «Geislechlepfen». Aus Regionaljournal Zentralschweiz vom 05.12.2024. Bild: SRF / Primus Ettlin.
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